März
AKI KAURISMÄKI
PROGRAMM-ÜBERSICHT:
So.
07. März, 19.30
| Matchfactory
Girl - Tulitikkutehtaan tyttö |
19898, Aki Kaurismäki
So.
14. März, 19.30 |
Leningrad
Cowboys Go America |
1989, Aki
Kaurismäki
So.
21. März, 19.30 | Juha
| 1999, Aki
Kaurismäki
So.
28. März,
19.30 |
The
Man Without a Past - Mies vailla menneisyyttä
| 2002,
Aki
Kaurismäki
AKI
KAURISMÄKI
Die Melancholie und die Tragik des Daseins sind zentrale Themen in Aki
Kaurismäkis Filmen. Leise kämpfen seine am Rande der Gesellschaft
stehenden Protagonisten um etwas Anerkennung und Würde. Zu sagen
haben sie meist wenig, da es ihnen ob den unwirtlichen Umständen
meist die Sprache verschlagen hat. Dabei zeichnet Kaurismäki seine
verschrobenen Figuren immer liebevoll und stattet die Geschichten in
seinem unverkennbar skurrilen Stil mit viel trockenem, oft schwarzem
Humor aus.
Der 1957 in Finnland geborene Aki Kaurismäki kommt nach einer Reihe
von Aushilfsjobs und der Tätigkeit als Filmkritiker schliesslich
zum Drehbuch Schreiben und Filmemachen. Seine Filme spielen vorwiegend
in Helsinki, anfangs der 1990er Jahre dreht er auch einige wenige Filme
ausserhalb Finnlands. Er arbeitet regelmässig mit seiner eingespielten
Crew an Schauspielern (u.a. Kati Outinen und Matti Pellonpää),
Kamera (Timo Salminen) und Musikern zusammen.
Zu seinen Werken gehören die „Proletarische Trilogie“
aus den 80ern, in der er sich mit den Lebensbedingungen der Arbeiterklasse
auseinandersetzt, die verrückt-heiteren Leningrad-Cowboys, verschiedene
filmische schwarz-weiss und Stummfilm Experimente sowie die „Trilogie
der Verlierer“, zu der auch sein grösster Erfolg „The
Man Without a Past“ gehört.
Zusammen mit dem Filmfoyer Winterthur zeigen wir im März 9 Filme
und 3 Kurzfilme und verschaffen dem Winterthurer Filmpublikum einen
wunderbaren Überblick über Kaurismäkis Filmschaffen.
Im März profitieren die Kino Nische Mitglieder auch von vergünstigten
Eintrittspreisen beim Filmfoyer!
Programmation: Raphael Karrer in Zusammenarbeit mit dem Filmfoyer Winterthur

Sonntag 07. März
| 19:30 Uhr
Vorfilm:
These Boots
Finnland 1992, 4 Min, ohne Dialog
Mit Mato Valtonen, Anu Frosterus, Kirsi Tykkyläinen, Jaakko Talaskivi
Matchfactory Girl
- Tulitikkutehtaan tyttö
Finnland 1989, 70 Min, OV/df
Regie Aki Kaurismäki
Mit Kati Outinen, Elina Salo, Eski Nikkari
Iris' Alltag ist grau. In der Zündholz Fabrik geht sie einer öden
Arbeit nach, zuhause in einem heruntergekommenen Arbeiterviertel wird
sie von ihren Eltern ausgenutzt und von den Männern wird sie übersehen.
Als sie schliesslich nach einer Nacht mit einem Mann, der sie für
eine Prostituierte hält, schwanger und mit einem Scheck für
die Abtreibung sitzengelassen wird, beschliesst sie zurückzuschlagen.
Sie besorgt sich Rattengift. Im dritten Film der proletarischen Trilogie
lässt Kaurismäki die gebeutelte Seele in ihrer Ausweglosigkeit
auf eine ins groteske übersteigerte Weise reagieren, als Antwort
auf ein nicht minder abstruses Protokoll der Ausbeutung. Die beiden
anderen Teile der Trilogie zeigt das Filmfoyer am 2. März “Shadows
in Paradise” und am 9. März “Ariel”.
Als Vorfilm zeigen wir “These Boots”, ein Musikvideo der
Leningrad Cowboys von Aki Kaurismäki als Vorgeschmack auf den Film
vom Sonntag 14. März.

Programmübersicht

Sonntag 14. März 2010 | 19:30 Uhr
Leningrad Cowboys
Go America
Finnland 1989, 78 Min, OV/df
Regie: Aki Kaurismäki
Mit: Matti Pellonpää, Kari Väänänen, Sakke
Järvenpää
Einen ganz besonderen Platz in Kaurismäkis Filmschaffen nehmen
die Leningrad Cowboys ein. Die selbst ernannte “schlechteste Rock’n’roll-Band
der Welt” mit Musikern der finnischen Punkband “Sleepy Sleepers”
versuchte im Film ihren fiktiven Karrierestart in Amerika und verbuchte
danach in der Realität tatsächlich weltweit grosse Erfolge.
Kaurismäki drehte denn auch mehrere Musikvideos für die Leningrad
Cowboys, wovon deren drei als Vorfilme im Märzprogramm des Kino
Nische und des Filmfoyers zu sehen sind. In “Leningrad Cowboys
Go America” müssen die unbeirrbaren Kauze, mit den ebenso
spitzen Schuhen wie Frisuren, zuerst aber ein paar Misserfolge hinnehmen.
Kaurismäki zeigt sie uns mit so viel skurrilem Humor und noch mehr
Musik, dass das Roadmovie das Prädikat “Kult” verdient.

Programmübersicht

Sonntag 21. März 2010 | 19:30 Uhr
Juha
Finnland 1999, 78 Min, Stummfilm, Zwischentitel d
Regie: Aki Kaurismäki
Mit: Sakari Kuosmanen, Kati Outinen, André Wilms
Kaurismäkis Figuren sind selten gesprächig. Starke Emotionen
benötigen auch keine grossen Worte, das wussten auch die Filmpioniere
der Stummfilmzeit. Nach einer dreijährigen Schaffenspause realisiert
Kaurismäki 1999 mit Juha einen Stummfilm über Liebe, Verlust
und Rache. Er verzichtet ganz auf die Unterstützung von Farbe und
Ton. Nur der finnische Tango untermalt die starken Bilder des zuerst
glücklichen Landlebens von Marja und Juha. Die Idylle wird durch
den Eindringling Shemeikka zerstört. Er verspricht Marja ein besseres
Leben in der Stadt. Die Hoffnungen zerschlagen sich jedoch jäh.
Kaurismäki über Juha: "Heutzutage reden die Menschen
unentwegt, und ohne Grund - da schadet etwas Stille nicht. So lasst
uns heute - und warum eigentlich nicht, schliesslich ist es ein herrlicher
Tag - das Wesen des Kinos erfahren."

Programmübersicht

Sonntag 28. März 2010 | 19.30 Uhr
The
Man Without a Past - Mies vailla menneisyyttä
Finnland/Deutschland/Frankreich 2002, 97 Min, OV/df
Regie: Aki Kaurismäki
Mit: Markku Peltola, Kati Outinen
Schwer verletzt, ohne Papiere und ohne jede Erinnerung an sein bisheriges
Leben erwacht ein Mann in einem Park in Helsinki. In einem Container
am Hafen hausend, beginnt der wortkarge Gestrandete von Grund auf ein
neues Leben, ganz unten in der Gesellschaft. Unter den Obdachlosen erfährt
er echte Freundschaft und findet gar die Liebe in einer guten Seele
der Heilsarmee. Vom vorherigen Leben scheint einzig sein Flair für
Musik und sein Talent als Schweisser übrig geblieben zu sein, bis
er von seiner Frau in der Zeitung wieder erkannt wird... Kaurismäkis
erfolgreichster Film ist der zweite Teil seiner „Trilogie der
Verlierer“ und überzeugt mit ruhigen und dafür umso
intensiveren Dialogen sowie tiefgründigem, trockenem Humor. Der
dritte Teil der Trilogie „Lights in the Dusk“ zeigt das
Filmfoyer am Dienstag 30. März.
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