Mai
Arabischer Sommer
PROGRAMM-ÜBERSICHT:
So. 06. Mai, 19:30 | Chaque
jour est une fête | Libanon 2009, Dima El-Horr
So. 13. Mai, 19:30
| Incendies
| Canada 2010, Dennis Villeneuve
So. 20. Mai, 19:30 | Ajami
| Israel 2009, Yaron Shani / Scandar Copti
So. 27. Mai, 19:30 | A Separation
| Iran 2011, Asghar Farhadi
Auch inmitten von politischen Unruhen und Revolutionen findet im arabischen
Raum weiterhin der Alltag statt. Es wird gelebt, geliebt und gestorben.
Aussergewöhnliche Geschichten aus dem Alltag von Protagonistinnen
und Protagonisten aus dem Nahen Osten stehen im Fokus des Nische-Mai-Programms.
Chaque jour est une fête begleitet drei Frauen auf ihrer Reise
zu einem Männergefängnis. Als ein Schuss fällt, wird
die Reise zunehmend zur Konfrontation mit Libanons inneren Spannungen.
Incendies erzählt von einer aufwühlenden Reise in den Nahen
Osten. Jeanne entdeckt auf der Suche nach der eigenen Identität
Spuren der schicksalhaften Lebensgeschichte ihrer Mutter und die Geschichte
einer bisher fremden Nation.
Ajami, ein brillianter Thriller, verwirklicht das arabische Sprichwort
“Glaube nicht alles, was du hörst, und nur die Hälfte
von dem, was du siehst“ und setzt dem Krieg ein Brandmal. A Separation
dokumentiert authentisch und kraftvoll die Trennungsgeschichte einer
iranischen Familie. Dabei wird klar, dass die eigene Wahrnehmung nur
einen Ausschnitt der Wirklichkeit abbildet.
Der Arabische Frühling bewegte viel, die Ressourcen und das Potenzial
der Bevölkerung und ganz besonders der Frauen allerdings werden
bis heute verkannt. Deshalb vier starke Filme.
Programmation: Andrea Früh, Vittorio Moretta, Maria Suhner

Sonntag 6. Mai
2012 | 19:30 Uhr
Chaque
jour est une fête
Libanon 2009, Arabisch, Französisch/d/f, 80 Min.,35mm
Regie: Dima El-Horr
Die Geschichten dreier reisender Frauen verschmelzen: Ein Bus –
dasselbe Ziel – ein Gefängnis. Dann fällt ein Schuss.
Die Frauen befinden sich inmitten eines Bürgerkriegs. Der Besuch
bei den Ehemännern im Gefängnis wird zunehmend zu einer Konfrontation
mit den Identitätsproblemen eines zerrissenen Landes. Das arabische
Roadmovie der Regisseurin Dima El-Horr besticht durch bild- und farbgewaltige
Aufnahmen.

Programmübersicht

Sonntag 13. Mai 2012 | 19:30 Uhr
Incendies
Canada 2010, Arabisch, Französisch/d/f ; 133 Min., 35mm
Regie: Dennis Villeneuve
Jeanne soll ihrem Vater, Simon seinem Bruder ein Couvert überreichen.
Dies ist der letzte Wille ihrer Mutter. Von einem Bruder haben sie nichts
gewusst. Und den Vater glaubten die Geschwister längst tot. Auf
ihrer Reise in den Nahen Osten entdeckt Jeanne die schicksalhafte Vergangenheit
ihrer Mutter und wird mit ihrer eigenen Identität konfrontiert.
In Incendies wandelt sich "der politisch konkrete Stoff (...) zum
universalen Menschheitsdrama, das mit grosser emotionaler Wucht die
verheerende Destruktivität bewaffneter Konflikte beklagt."
(Lexikon des Internationalen Films)

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Sonntag 20. Mai 2012 | 19:30 Uhr
Ajami
Israel 2009, Arabisch, Hebräisch/d/f, 125 Min., 35mm
Regie: Yaron Shani, Scandar Copti
Tel Aviv, Jaffa, Ajami – das Babel der Gegenwart, das Leben ein
permanenter Ausnahmezustand: Omar verwickelt sich in einen mächtigen
Streit mit einer arabischen Familie, ihm bleibt nur noch die Flucht,
aber er kann die Stadt und Hadir, seine Liebe, nicht verlassen. Ein
Attentat, Blutrache, Drogen, Morde und viele Verfehlungen – alles
entlang der religiösen Trennlinien Israels. Ajami, dessen Erzählstränge
erst am Ende zusammenlaufen, ist elliptisch brilliant erzählt.
Die beiden Regisseure Shani und Copti, israelischer und arabischer Abstammung,
schaffen mit ihren Laiendarstellern den perfekten Thriller und setzen
dem Krieg ein wuchtiges Zeichen.

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Sonntag 27. Mai 2012 | 19:30 Uhr
A
Separation
Iran 2011, Persisch/d/f; 123 Min., 35mm
Regie: Asghar Farhadi
Als das Auswanderungsgesuch von Simin und ihrem Mann Nader endlich
bewilligt wird, hat dieser bereits beschlossen, dass er den Iran nicht
verlassen und stattdessen seinen schwer kranken Vater pflegen wird.
Simin ist entschlossen, gemeinsam mit der 15-jährigen Tochter den
eingeschlagenen Weg weiterzugehen, wozu sie sich scheiden und das Sorgerecht
für ihre Tochter erkämpfen muss. Der mehrfach ausgezeichnete
Film führt dicht und packend vor Augen, dass die eigene Wahrnehmung
nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit abbildet. Eine erzählerische
und filmische Perle.

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